19/06/2009
Norwegen – Reise und Rückblick

Norwegen
Im April flogen wir nach Oslo und besuchten unsere Tochter Franzisca und ihren Novio Cris. Überall lag noch Schnee. Es waren nicht gerade unsere Temperaturen, obwohl die Sonne schien.
Wer zur Zeit in Oslo Ferien macht und sich entschliesst eine Fjordsightseeing zu unternehmen, kann unserer Tochter als Reiseführerin begegnen. Sie begleitet die Ausflugsschiffe und zeigt den Gästen alle Sehenswürdigkeiten im Oslo-Fjord.
Genau vor einem Jahr fuhren wir mit dem historischen Schiff „Lofoten“ der Hurtigruten (Postschiff) von Bergen nach Kirkenes und zurück nach Trondheim. Als wir von Teneriffa nach Oslo flogen, ahnten wir nicht, dass es in Norwegen so warm sein könnte: 30°. Uns wurde gesagt, dass man viele warme Sachen mitnehmen soll, da es in Norwegen und am Nordkap immer kalt sei. Halstücher, warme Handschuhe …. usw.
Wir kauften uns zuerst in Oslo Sonnenhüte und ich zudem eine Sommerbluse.
Da die Hurtigruten von Bergen aus starten, flogen wir von Oslo nach Bergen. Die eindrückliche Zugfahrt durch die Norwegischen Berge machten wir bereits ein Jahr vorher.
Auch in Bergen schien die Sonne. Bergen ist bekannt für viel Regen.
Um 18.00 Uhr war es Zeit und wir durften auf „unser“ Schiff, die Lofoten, die bereits im Hafen vor Anker lag. Nachdem wir unsere Kajüten bezogen hatten, fingen wir an, das Schiff zu erkunden, von unten bis oben.
Pünktlich um 20.00 Uhr startete dann unsere Reise durch den Hjeltefjord, von dem einst die Wikinger zu den Shetland-Inseln segelten.
In den Sommermonaten gleitet das Schiff durch den Storfjord in den spektakulären 15 Km langen Geirangerfjord.
Von hier aus machten wir einen Tagesausflug in die Berge von Norddal. Tolle Wasserfälle und eine bezaubernde Landschaft prägten das Bild.
Unser Schlafraum war gerade neben den Motoren und es vibrierte alles. Es war sehr unangenehm. Zum Glück konnten wir wechseln. Doch die meiste Zeit verbrachten wir an Deck. Es war einfach zu interessant, um schlafen zu gehen. Oft sind wir dann einfach in einem Stuhl eingenickt.
Es war auch interessant zu sehen wie die Sonne eben nicht unterging, sondern gerade über dem Horizont „stehen“ blieb und wieder aufging. Wären wir im Bett gewesen, hätten wir dieses Schauspiel nie erlebt.
Zwischen Nesna und Ornes überquerten wir die magische Linie 66°33`51„, den Polarkreis.
Auf dieser kleinen Insel steht ein nicht übersehbarer Hinweis. Wer Lust auf die Polartaufe hat, kann sich hier dem eiskalten Ritual unterwerfen. Wir verzichteten darauf und damit auch auf entsprechende Urkunde.
Die Hurtigruten sind Postschiffe. Unser Schiff, die Lofoten, ist ein Nostalgie-Schiff. Von Luxus keine Spur. So waren unsere Esstische und die Stühle angekettet.
Wir lachten, doch wir mussten erleben, dass das richtig und wichtig war. Bei grossen Wellengang rutschten die Tische und Stühle weg. Auch das Trinkglas musste festhalten werden, sonst rutschte es weg. Zum Glück hatten die Tische alle einen erhöhten Rand, so dass nicht alles auf den Boden fiel.
Einen Ausflug zum Nordkap und der Besuch einer Samen Familie gehörte zum Programm. Das Wetter war total verrückt – Sonne – Regen – Nebel – Schneeflocken. Hier die Beweisfotos vom Nordkap.
In Kirkenes ist der Wendepunkt der Reise. Wir machten einen Ausflug zur Ländergrenze Norwegen und Russland.
Und schon bald ging es wieder Richtung Süden. Bei offener See erlebten wir den starken Wellengang. Zum Glück hatte ich meine Armbänder an, welche gegen die Seekrankheit wirkten. Die hatten mir wirklich gut geholfen.
Kurz nach Mitternacht legte das Schiff im Hafen von Tromsö an. Ein Bus brachte uns zur Eismeerkathedrale, wo wir ein eindrückliches Mitternachtskonzert erleben durften.
Wir wurden von den musikalischen Klänge richtig eingehüllt. Die Mitternachts-Sonne schien durch die farbigen Fenster und verzauberte alles in ein Märchen von goldenem Licht.
Diese Foto entstand, als wir morgens um 2 Uhr aus der Kirche kamen.
Die Lofoten sind ganz besondere Inseln. Mit einem Bus fuhren wir von Harstad nach Trondenes und ins Küstenstädtchen Sortland mit seinen blau gestrichenen Häuser. In Stokmarknes befindet sich heute das Postschiff-Museum. Wir wurden mit Musik des Norwegischen Komponisten Grieg empfangen.
Hier das 40 m grosse Loch in den Felsen der sagenumwobenen Insel Torghatten.
Unsere Schiffsreise endete in Trondheim. Es war eine erlebnisreiche Reise. Ich war froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Wir legten uns ins Hotelbett, welches unser inneres Schaukeln aufnahm und schliefen sofort ein.